Tommes58’s Weblog

Bunte Einblicke in mein Leben

Archiv für September, 2009

Nach dem Wochenende

Es regnet, der nordische Herbst zeigt sich von seiner besten  Seite. Ich sitze in meinem WG Zimmer in Kiel, komme eben aus der Hochschule wieder, wo wir heute unseren ersten normalen Studientag hatten. Nun geht es endlich los. Ich bin immer noch in der zähen Eingewöhungsphase, versuche mich während des Tages auf mein Zimmer in der WG zufreuen, aber dort fühle ich ich einfach nicht so richtig wohl. Ich hoffe inständig, dass ich bald etwas passendes finde. Zum glück habe ich noch Zeit. Der Tag ging eigentlich ganz gut los, bis auf diese unangenehme Busfahrt. In dem kleinen Bus fahren einfach zu viele Leute. Zum Schluss kam ich aber noch ins Gespräch mit zwei Kommilitonen die plötzlich in meiner Reichweite waren, das war ganz angenehm. Um 10 Uhr gab es die erste Vorlesung zum Thema „wissenschaftliches Arbeiten“ in der uns die feinen Unterschiede zwischen wissenschaftlich anerkannten Texten und persönlich, frei formulierten texten erklärt wurde. Mich beschäftigte aber die kleine, fiese Hautirritation neben meiner Nase, auf der ich später auch noch dezent hingewiesen wurde. Mit so einer Unreinheit kann man bei den Kommilitonen nicht wirklich punkten. Egal. Anschließend bewegten wir uns in die Mensa, aber das Angebot ist zum einen minimal und zum anderen schmeckt es kaum. Aber für 1,90€ bekommt man meistens irgendetwas mit Fleisch und dazu Reis, Kartoffeln oder Pommes. Wer Gemüse haben will zahlt noch mal 50 Cent mehr. So ein Döner kann da locker mit halten.

Es folgten angenehme Vorlesungen zum Thema Gestaltung und Audiovisuelle Medien. Ich frage mich, ob der Studiengang wirklich zu mir passt. Im Fach Gestaltung lebe ich auf jeden Fall auf, und auch in den Technischen Vorlesungen gefallen mir die Inhalte, aber alles wird irgendwie nur angekratzt und nicht wirklich vertieft. Ich zweifle an einer fundierten Ausbildung mit sehr guter Jobgarantie. Ich nahm mir vor, mich mal bei der HDM in Stuttgart nach Studiengängen zu informieren. Der erste Blick in das Vorlesungsverzeichnis offenbarte attraktive Studiengänge. Ich werde mich zum SS mal um einen Studienplatz bewerben.

Eben darum, weil ich es nur schwer aushalten kann, so weit von K entfernt zu sein. Am WE war ich bei ihr und es war wie am ersten Tag, einfach traumhaft. Ich fühlte mich so wohl. Allein schon als ich die ersten lokalen Kennzeichen auf der BAB sah freute ich mich. Auch die abwechslungsreiche Landschaft mit den vielen Tälern und Bergen, die kleinen Orte die sich daran anschmiegen  erfreuen mein Herz. K holte mich vom Bhf ab und wir schlenderten durch das nächtliche ES nach Hause. Ich genoss es sehr. Die erste Nacht nach zwei Wochen mit K war sehr schön, so gut habe ich die letzten 14 Tage nicht geschlafen, ein Traum! Der SA verwöhnte uns mit Bilderbuchwetter, 25°C und blauen Himmel. Ich spielte mit der kleinen B auf der Wiese während K ihr sauer verdientes Geld bei den Markthändlern mit frischen, leckeren Waren tauschte. Um halb eins zogen wir los durch pittoresken Weinberge und ließen dicke, lila farbene Trauben in unseren Gaumen fallen, natürlich nur die abgeschnittenen. Wir wanderten fast vier Stunden um das Tal durch Uhlbach zurück nach ES. Pünktlich zur Rückkehr kamen Steffen und Heike in ES an. Wir zeigten ihnen die Schokoladenseiten der Stadt, stärkten uns zu Hause und gingen dann beim Griechen was speisen. Später kehrten wir noch ins Siggi ein. Für mich war es ein schöner Abend mit meiner Liebsten und umgänglichen Gästen. Aber wie gesagt, diese Distanz von 750 km zu K sind nicht angenehm. Ich denke oft an unsere erste Zeit in Rostock zurück. Die damaligen Empfindungen in der Fernbeziehung kommen nun fast alle wieder hoch. Es ist zwar auszuhalten, aber stimmt mich trotzdem traurig. Ich hoffe sehr, dass dies bald zu Ende ist und ich vielleicht in Stuttgart weiter studieren kann, dass wäre perfekt, einen Nebenjob hätte ich da auch. Na ja, bis dahin versuche ich das beste aus der Situation zu machen. Zum glück habe ich schon ein paar Leute kennen gelernt und Simon (MFG), fährt auch regelmäßig runter und kann mich mitnehmen. So schlimm ist das alles nicht, aber es wäre unendlich schön wenn ich dort studieren könnte, und mit K gemeinsam den Abend, die Nacht und die WE verbringen könnte.

Es ist jetzt 18:49 Uhr, ich habe Hunger, vielleicht mache ich mir eine Suppe, irgendetwas warmes um mich aufzuwärmen. Aber ich denke, ich werde versuchen Geld zu sparen. Ich gehe morgen einkaufen, und zum Frisör..

miss you

welcome back fernbeziehung

2655908101_36f856562aAch ja, keiner hätte es erwartet, nun wieder führen K und ich eine Fernbeziehung, einerseits ist diese Situation nicht angenehm und echt ätzend. All die alten Erinnerungen an die damalige Fernbeziehung kommen hoch und sind bitter, mal sehen wann das aufhört. Wie schlimm das damals war, doch die Situation ist nicht ganz so wie damals.

Andererseits ist die Fernbeziehung das notwendige Übel im Hinblick auf unsere gemeinsame Zukunft, ich wünsche es mir zumindest. Auch wenn viel passieren kann, bin ich doch mit K sehr glücklich, sehr! Auch wenn es nicht immer rund gelaufen ist, sind 90% der Erinnerungen sehr schön.  Ich denke sehr oft an Esslingen zurück, andauernd fällt mir irgendeine kleine Situation ein, heute z.B. dachte ich beim abschließen des Fahrrades an den betonierten, sonnendurchfluteten Stellplatz unseres Vermieters und eine anschließende Fahrt den Berg hinunter in die Altstadt von Esslingen, es war sehr schön, wirklich.

Die Situation ist in der Hinsicht eine andere, weil K und ich zusammen gewachsen sind. Wenn ich mir hier die älteren Beiträge anschaue, muss ich sehr schmunzeln, gerade den Beitrag über Augsburg. Oh man, war das wirklich so? Zum Glück haben K und ich uns schnell zusammen gerauft. Wir hätten trotzdem öfter Tischtennis bei der Burg spielen sollen, warum ware wir immer so k.o. von der Arbeit. Im Nachinein ärgere ich mich sehr über die Abende in der Wohnung, dabei hätten wir so schön durch die Weinberge schlendern können. Es hilft nichts, ich habe daraus gelernt und werde mich bessern. Immerhin gab es auch sehr schöne Abende zu Hause.

Gerade fällt mir ein, wir K mich überredet hat am Fr abend einen Cache zu suchen. Ich hatte wenig Lust darauf, doch wenn ich die Bilde Revue passieren lasse, freue ich mich sehr über unsere Tour, den steilen Berg hoch und runter, über die Wiese bei der Schule und die Diskussion ob der Weg privat sei oder nicht. Herrlich.

Nun bin ich in Kiel, studiere im ersten Semester und meine Liebste ist 800km weit von mir entfernt. Schrecklich. Heute nach der Veranstaltung in HS hatte ich das fast unbändige Bedürfnis mich an sie zu schmogen und ihr zu schnuppern, furchtbar wenn ich diesen Wunsch nicht erfüllen kann. Aber ich freue mich auf unser Wiedersehen, auf unser heutiges Telefonat. Ich muss mich langsam daran gewöhnen, dass es so ist wie es ist. Hauptsache K und ich wohnen dann bald wieder zusammen irgendwo im Süden?! Vielleicht. So schlecht war es da nicht. Nein, ich hänge nicht durch. Ich bin motiviert und freue mich über das schöne Wetter. K und ich schaffen es schon, da bin ich mir sicher. nun werde ich vermutlich wieder öfter meine Gedanken hier niederschreiben. Komisch, dass ich es in der Zeit wo wir zusammen wohnten, nicht getan habe. Dabei hätte ich so viele schöne Geschichten aufschreiben können, aber ich habe ja jetzt Zeit, einiges aufzuarbeiten. K, lass dich küssen von mir!