Lange ließ ich mich nicht mehr dazuverleiten, meine Gedanken hier niederzuschreiben. Leider, so viel ist passiert und geschehen. Viele Geschichten die nun zu tief im Nebel der Zeit verscheleiert sind. Egal, momentan bewegt sich in meinen Gedanken nur ein Thema. Und zwar, wie hat es mein Bekannter Uwe so schön formuliert, das Leben besteht aus Regen und Sonnenschein. Im Augenblick scheint es mir so, als Lebe ich in einem Monsum, nur zeitweise scheint die Sonne auf mein träges Haupt. Kurz Atem holen um dann gleich wieder die Jacke hoch zu schließen um sich gegen den Regen zu schützen. Kurze Momente die mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und mir sagen: „du hast es richtig gemacht“. Das Leben zeigt sich auch gern mal von seiner rauhen Seite. Doch so so rau ist es auch nicht, vielen Menschen auf dieser Welt geht es viel schlechter, ich kann mich nicht beklagen.
Nun lebe ich in Augsburg, zusammen mit Kerstin, endlich, endlich habe ich das was ich wollte. Doch was passiert. Der Traum weicht bitterer Realität, es ist alles nicht so rosarot wie in meinen Gedanken. Manchmal war ich echt an dem für mich sehr erschreckenden Punkt, alles hinzschmeißen, und sie bestimmt auch. Tja, was soll ich machen. Man perfektioniert den anderen doch, bastelt sich den Partner irgendwie zu recht. Doch wenn es ernst wird, dann hält dieses Konstrukt dem Sturm nicht stand. Jeden Tag Stress, das kanns doch nicht sein, das ist so erschrekend und deprimierend. Sie nervt mich so, alles muss immer sauber sein: „Warum stehen die Schuhe dort, warum liegt die Mütze auf dem Schrank?“ „Kannst du sie nicht ordentlich in die Kiste legen?“ „Hier ist ein Fleck“ „Warum hast du nicht sauber gemacht“ Ohhhhhhhhhh man, Ich weiß auch nicht. Ich denke immer, es wird schon noch alles gut werden. Doch wo sind diese tiefen Gefühle hin? Diese Gefühle haben mich zu ihr gebracht, hinter die Haustür mit unserem Namensschild. Und was erzählt uns dieses Schild, es klagt das mir bekannte alte Lied, zu viele Gegensätze, keine dauerhafte Harmonie. Ständig irgendetwas was nicht in ihren Kram passt. Und ganz klar, auch sie hat es sich anders vorgestellt, und nun? Raufen wir uns zusammen, liegt es vielleicht an meiner beruflichen Situation? Der Schritt hinaus aus der bekannten Welt in eine fremde Wirklichkeit wo man nichts hat und wo man sich alles aufbauen muss. Ich fühle mich nackt, nackt in Augsburg ohne einen Rahmen der halt gibt. Aber ich bin bereit, mir eine stabile Welt aufzubauen, es muss sein. Ich kann ja nicht mein ganzes Leben zu Hause bleiben. Es ist nicht einfach.




